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Reisebericht Südindien

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Ein GefÜhl fÜr Indien

 

Exkursion Südindien 02. - 19. Februar 2005

Indien ist ein Land der Gegensätze. Ein Land das man nicht auf Anhieb versteht, sondern für das man ein Gefühl entwickeln muss. Als Vorbereitung auf einen zwei monatigen Architekturworkshop in Bangalore und Ahmedabad nahm ich mit 11 weiteren ex-Studenten der Berner Fachhochschule an einer Reise durch den Süden Indiens teil. Unter der Leitung von Prof. Jürg Grunder besuchten wir kulturell und geschichtlich wichtige Bauwerke und Tempel der Indischen Geschichte. Den Einstieg in die fremde Kultur erleichterte uns Jürg mit seiner langjährigen Indienerfahrung, so dass wir in kurzer Zeit eine Menge profitieren konnten.
zum Fotoalbum... Es ist der 3. Februar, 01.00 Uhr, wir sind soeben in Bombay gelandet. Die Zeit bis zu unserem Weiterflug nach Cochin wollen wir in einem Restaurant an der Juhu Beach totschlagen. Im alterschwachen Taxi der Marke Ambassador tuckern wir durch Bombays nächtliches Verkehrs-Chaos, ohne Licht, das blendet ja nur, dafür unter dem jämmerlichen Krächzen der Hupe. Bei jedem Schlagloch bange ich um meinen Rucksack im viel zu kleinen Kofferraum, der lediglich von einer Secondhand-Schnur zugehalten wird. Beissender Rauch von verbranntem Müll und Abgasen liegt in der Luft, entlang der Strasse überall schlafende Körper, tierische und menschliche. Dann, mittendrin, das Hotel Marriott ***** mit seinem 24-Stunden-Restaurant, auf Hochglanz poliert und auf frostige Temperaturen klimatisiert. Kulturschock!
Am Nachmittag treffen wir in der Hitze von Cochin ein. Die Hafenstadt an der Küste Kerala's lebt bis heute vom Gewürzhandel, um den sich bereits die Portugiesen, Holländer und Briten gestritten haben. In den engen Gassen von Fort Cochin stapeln sich die Chillis und die Rikschas bahnen sich ihren Weg durch das Gedränge.
zum Fotoalbum... Müde von der Reise erholen wir uns nach zwei Tagen in Cochin auf den Backwaters bei Allepey, einige Kilometer südlich. Auf der eineinhalbtägigen Hausbootfahrt durch die Wasserlandschaft haben wir Zeit, unsere vielen Eindrücke zu verarbeiten.
Durch Bananen- und Gummibaumwälder gelangen wir in die Teeplantagen der Cardamon Hills. Bei Thekkady wandern wir durch eine Gewürzplantage, dem Paradies gleich: Hier wächst Kaffee, Kakao, Vanille, Nägeli, Rizinus, Pfeffer, Bitternuts, Kokosnüsse, Papayas, Bananen, Passionsfrüchte, Kardamon und natürlich Chillis in den Klassen scharf bis ultrascharf... Eine sehr gastfreundliche Familie lädt uns ein in ihr kleines Haus mitten in der Plantage und serviert uns allen Masala Tea, Schwarztee mit Milch und Gewürzen.
zum Fotoalbum... In halsbrecherischer Fahrt im Public Bus verlassen wir die Berge und erreichen Madurai. Hier besuchen wir den ersten grossen Hindu-Tempel (Hinduismus). Der Minakshi-Sundareshvara-Tempel zählt zu den grössten Tempelkomplexen Indiens. In den Säulenhallen verkaufen Shops Blumen, Essen und Kitsch in allen Farben, im Schein von Leuchtreklamen und blinkenden Lichtgirlanden.
Mit zwei gemieteten Fahrzeugen inklusive Driver fahren wir nach Chettinad. Während der Zeit der britischen Herrschaft bis 1947 gelangte dieses kleine Städtchen durch Handel mit Ceylon zu riesigem Reichtum. Hier ist jedes Haus ein Palast. Einige davon können wir besuchen. Leider werden viele von ihnen kaum mehr unterhalten und sind vom Einsturz bedroht.
Die grösste Tempelstadt Südindiens, der Ranganathaswamy-Tempel befindet sich in Srinangam bei Trichy. Innerhalb der sieben Ringmauern liegen neben Wohnhäusern auch Geschäfte und Märkte. Nach Einbruch der Dunkelheit ist es sehr spannend, dem Treiben der einheimischen Geschäftleute und Pilger zuzusehen.
In Mysore findet unsere Diplomfeier statt. In einem riesigen Park mit unzähligen Springbrunnen, natürlich kitschfarbig beleuchtet, überreicht uns Jürg unsere ersehnten Diplome mit Blumenkranz.
zum Fotoalbum... In Hampi befindet sich eine riesiges Gelände mit Ruinen. Zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert war dies die mächtigste Hinduhauptstadt, reich durch Seiden- und Edelsteinhandel. Schwer vorzustellen, das hier vor 500 Jahren rauschende Feste gefeiert wurden und sich in den Bazaaren die Edelsteine häuften.
Nach dem Besuch der alten Felsentempel in Badami fahren wir ans Meer. Am Strand von Colva bei Margao in Goa wollen wir uns von der anstrengenden Reiserei erholen, bevor wir am Samstag den Zug nach Ahmedabad besteigen. Die 22-Stunden-Reise ist viel bequemer als erwartet, und man trifft viele interessante Leute.
Gleich anschliessen am Sonntag beziehen wir in Ahmedabad unsere Wohnung und beginnen mit dem Workshop im Sangath der Vastu Shilpa Foundation, dem Institut des Architekten Balkrishna Doshi. In der ersten Woche besichtigen wir Bauwerke in der Stadt und deren Umgebung. Momentan erarbeiten wir ein Projekt, bei dem es darum geht, ein bestehendes Slum aufzuwerten und mit öffentlichen Institutionen und Wohnungsbau zu ergänzen.

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Fotos

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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 © weitweg.ch | letzte Aktualisierung: 07.01.2012