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Asien 2010/11
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Neuseeland

 

Neuseeland Nach einer Angewöhnungsphase in Auckland fahren wir durch die Nordinsel in Richtung Süden. In der Hauptstadt Wellington nehmen wir die Fähre über den Cook Strait auf die Südinsel. Hier fahren wir erst über die Rainbow Road nach Hanmer Springs und dann weiter die Westküste runter nach Haast. Nach Queenstown gehts über eine schöne Gravel Road zu den Mavora Lakes und dann mit Rückenwind zur Südküste. Via Catlins fahren wir an der Ostküste nach Norden bis nach Dunedin, von hier über eine ehemalige Eisenbahnstrecke durch Central Otago und schliesslich zu den Seen am Mt Cook. Auf dem Weg nach Christchurch versuchen wir dem Verkehr an der Küstenstrasse mit einem Umweg über den Porters Pass auszuweichen.

 
 

Die Welt steht Kopf!

schliesslich ist noch kein Meister vom Himmel gefallen

21.Februar 2011 Neuseeland liegt bekanntlich auf der anderen Seite des Erdballs. Wenn man also in Madrid ein tiefes Loch graben würde, käme man ziemlich genau in Wellington wieder raus. Oder etwas weiter draussen im Meer, was aber bei all der Erdwärme ziemlich erfrischend wäre. Mindestens aus europäischer Sicht steht hier also alles Kopf: Bekanntlich wird hier auf der linken Strassenseite gefahren, der Rückspiegel kommt also neu rechts an den Lenker. Hier herrscht nun Sommer im Winter, oder umgekehrt. So genau wissen wir das nicht. Aber die Sonne wandert über den Norden nach Westen. Das wissen wir nun. Ziemlich ungewohnt für uns, da wir die Sonne ständig im Rücken haben und der Schatten in die falsche Richtung wandert. Manchmal braucht deshalb selbst das Finden des perfekten Pausenplätzchens ziemlich viel Gehirnschmalz. Auch der Mond rennt der Sonne hinterher und nimmt trotz "a" zu statt ab. Und es gibt Steine, die schwimmen. Wirklich! Wenigstens fliesst noch immer das Wasser bergab. Aber: Holländisches Importbier ist günstigster als das lokal Gebraute, obwohl es um den halben Erdball geschifft wurde. Irgendwas stimmt also trotzdem nicht.

 

auch unsere Velos sind mit dabei

Doch von vorne: Durch das tägliche Verkehrschaos von Bangkok kommen wir rechtzeitig zum Flugplatz. Die Velos sind schön in Kartonboxen verpackt und das zusätzliche Übergewicht rechtzeitig und damit kostensparend bei der Airline angemeldet. Mindestens drei Stunden vor Abflug sollen wir einchecken. Nun sind es sogar vier. Die nette Dame am Schalter meint jedoch, dass wir ohne gültiges Rückflugticket nicht in den Flieger steigen dürfen. Also gehen wir ins Internetcafé und buchen wie verlangt einen Flug zurück nach Europa. Irgendwann hätten wir dies ja eh machen müssen, erledigt ist erledigt. Zurück am Schalter erklärt uns nun die selbe Dame, dass wir pro Kilogramm Zusatzgepäck 35 $ bezahlen müssten. Das macht dann in unserem Falle knapp 500 $. So haben wir uns das nicht vorgestellt, schliesslich haben wir ja unser Sportgepäck für total 100 $ fristgerecht vorangemeldet. Doch die Dame kennt diese Bedingungen nicht. Eine Stunde und Einiges an Nervenverschleiss später stellt sich heraus, dass wir den günstigeren Betrag bis drei Stunden vorher online hätten einzahlen können. Nur wusste das niemand. Mit einigen Kunstgriffen, gekonnten Rundungen und mit einer Gepäckwaage, die eher per Zufallsprinzip arbeitet denn mit präzisen Werten, werden aus ganz vielen Kilos plötzlich deren acht. Abgesehen von einem starken Gewitter über Indonsien verläuft der Flug schliesslich entpannt und wir erfreuen uns hoch über den Wolken an Emmi Kafirähmli inklusive Chateau du Chillon. Das nennt man Globalisierung. Planmässig landen wir gut dreizehn Stunden später in Auckland. Hier heisst es nun anstehen, Gepäck scannen und bioinspizieren und die Velos wieder in einen fahrtauglichen Zustand bringen.

 

In Auckland gewöhnen wir uns nun an eine neue Zeitzone, an neue Produkte wie Kernenbrot und Käse und an andere Menschen. Letzteres stellt sich aber als nicht gerade einfach heraus. Ein allzu grosser Kulturschock bekommen wir nach Thailand aber nicht. Schon dort sind wir links gefahren und wurden knapp von amerikanischen Trucks und Toyota-Hilux-Pickups überholt. Und auch hier riecht es nach Fastfood, gegessen von dicken Menschen.

 

des Neuseeländers liebstes Hobby

Schliesslich starten wir endlich wieder auf den eigenen vier Rädern. Wir fahren einen halben Tag durch die aucklander Vorstadt, erklimmen unverschämt steile Anstiege, fahren vorbei an Golfplätzen und an unzähligen zum Verkauf stehender Landhäusern (an denen Rosamunde Pilcher ihre wahre Freude hätte). Und dann sind da noch die nie enden wollenden Weiden, auf denen Rinder grasen statt Schafe. Unglaublich grün ist das Grün hier! Jeder Halm wird gefressen, oder periodisch auf Maximalmass von geschätzten 36 Millimeter gemäht. Zweifellos das grösste Hobby der Neuseeländer. Und eingezäunt wir alles. Jedes Fleckchen wird mit Stahldraht vor Eindringlingen oder Ausreissern geschützt. Manchmal sogar zusätzlich mit einem Elektrozaun. An jedem Tor ein dickes Schloss. Selbst Gartentürchen verfügen zuweilen über Zahlenschlösser. Wir versuchen die Denkweisen zu verstehen. Ohne Erfolg. Die Neuseeländer müssen über ein ausgesprochen grosses Sicherheitsbedürfnis verfügen. Einzäunen und abschliessen genügt nicht, zusätzlich gibt es für alles und jedes ein oder mehrere Hinweis- und Verbotsschilder. Manchmal wissen wir nicht, ob unsere Taten gerade illegal, geduldet oder erstaunlicherweise sogar legal sind.

 

Tongariro National Park

Verstanden haben wir die Menschen noch nicht. Gefunden haben wir aber trotzdem schöne Gegenden mit netten Menschen, fernab des velohassenden Schwerverkehrs. Immer wieder baden wir in klaren Bächen und Seen. Wir sehen dampfende Quellen und Vulkane, deren Besteigung uns wegen der tiefen Wolkendecke erspart bleibt. Unser Zelt schlagen wir fast immer auf offiziellen (und damit legalen) Zeltplätzen auf. Den Vorteil einer warmen Dusche lassen wir uns nicht entgehen. So machen wir ein bisschen Campingferien und amüsieren uns ab den biederen Dauercampern. Schliesslich erreichen wir die Hauptstadt Wellington. Die letzten Kilometer fahren wir unserer Gesundheit zuliebe mit dem Zug. Von hier nehmen wir die Fähre, die uns in einer prächtigen Sonnenuntergangstimmung auf die Südinsel bringt. Hier wollen wir nun vor allem auch abgelegene Routen fahren und die urtümliche Landschaft und Bergwelt sehen.

 
 
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17. März 2011 Von hier sind's noch lächerliche zweieinhalb Tausend Kilometer zur Antarktis. Das würden wir auch noch schaffen. Wir sind am südlichsten Punkt unserer Reise angelangt. Hier an der Curio Bay machen wir heute einen Pausentag. Aber nicht die geografische Lage ist Grund für den Extratag, es sind vielmehr die hier ansässigen Meeresbewohner. In der Bucht lebt nämlich eine kleine Population der raren Hector Delphine, die hier so nahe am Ufer wie sonst nirgends in den Wellen tanzen.

Heute Ruhetag
Das ist unsere Chance um die verspielten Tiere aus der Nähe zu sehen und wir wagen uns also ins 14° kalte Nass. Das Schlottern lohnt sich. Ein unbeschreibliches Erlebnis: Die verspielten Tiere umkreisen uns und trauen sich zum Anfassen nahe an uns heran. Aber auch die heisse Dusche danach wird zum grossen Vergnügen, hat doch das eisige Bad nach einem anstrengenden Gegenwindtag an unseren Reserven gezehrt. Nicht nur Delphine leben hier. Auch Seelöwen räkeln sich im Sand und erholen sich vom anstrengenden Tag. Vor Sonnenuntergang zeigen sich dann die äusserst seltenen Gelbaugen-Pinguine, die ihr Nachtlager in den Büschen aufsuchen.

 

Nun sind wir schon seit über drei Wochen auf der Südinsel unterwegs. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Hier lenkt uns kaum was ab von unserer Kernaufgabe, dem Velofahren selbstverständlich. Keine Versorgungsengpässe, keine Tempel, keine winkenden Kinder. Und die auf Disneyland getrimmten alten Goldgräberorte interessieren uns weniger. Dafür gibt es in regelmässigen Abständen Supermärkte, die unsere Taschen fast zum Platzen bringen, aber ungewohnt variantenreiche Menus mit sich bringen. Und es gibt weitere Annehmlichkeiten wie Waschmaschinen und Tumbler, welche unsere velofreie Zeit frei halten.

 

Sibylle unterwegs zum Tennyson Lake

Als erste Strecke auf der Südinsel fahren wir auf der Rainbow Road nach Hanmer Springs. Die kiesige 4x4-Piste führt durch abgelegene Täler, mit vielen Bachdurchquerungen und steilen Anstiegen. Nur die beiden Hochspannungsleitungen - einst der eigentliche Grund für den Bau der Strasse - stören das Bild. Nach den letzten Metern zum Island Saddle folgt eine herrliche Abfahrt. Was gibt es schöneres, als mit 30 km/h bei starkem Rückenwind über eine Hochebene zu rasen? Der Kies unter den Rädern rauscht nur so dahin. Selbst die sonst so mühsamen Wellblechpisten werden so zum wahren Vergnügen. Unterwegs haben wir vom verherenden Erdbeben in Christchurch erfahren. Gespürt haben wir auf unserer Untersatz nichts davon. In Hanmer Springs wird dann allerdings das Brot rationiert und sämtliche Ferienwohnungen sind besetzt.

 

Über den Lewis Pass geht's weiter zur Westküste. Nach dieser Erfahrung sind wir nun stolze Besitzer einer Bohnenstange, die uns nun quer zur Fahrtrichtung und mit Fähnchen geschmückt aggressive und minderbemittelte Automobilisten vom Leibe hält. Erstere überholen uns selbst ohne Gegenverkehr dermassen knapp, dass dies nur mutwillig geschehen kann. Die anderen drücken wenn's eng wird lieber aufs Gaspedal statt auf die Bremse, frei nach dem Motte "Augen zu und durch". Solch rücksichtslose Fahrweisen haben wir selbst in Vietnam noch nicht erlebt. Je weiter wir allerdings nach Süden vorstossen, desto geringer wird der Verkehr, so dass die Stange auch mal windoptimiert in Längsrichtung positioniert werden kann.

 

Westküste

Die Westküste empfängt uns mit herrlichem Regenwald, wunderbaren Küsten und dem Blick aufs blaue Meer. Aber auch mit Regen. Während unserem geschickt gewählten Ruhetag in Hokitika wissen wir nun, wie es die Gegend auf über 7000 Millimeter Regen pro Jahr schafft. Etwas weiter im Landesinnern ist es mit dem Doppelten sogar eine der Niederschlagsreichsten Gegenden der Erde. Als Vergleich dazu bringt es Bern gerade mal auf einen Meter, oder Esfahan auf einige Zentimeter.

 

Die kurze, darauf folgende Schönwetterphase nutzen wir, um möglichst weit nach Süden zu kommen. Der Tag belohnt uns mit einem wolkenlosen Blick auf den 3755 Meter hohen Mount Cook und die beiden Gletscher Franz Josef und Fox, die fast bis auf Meereshöhe runter fliessen. Dieser Tag bringt uns aber auch die bisher ungemütlichste Erfahrung mit Sandfliegen. Eine Spezies, die ihr Überleben definitiv mit ihrer gigantischen Masse statt mit Intelligenz sichert.

Fox Gletscher
Während dem Bad im Bach werden wir zu Freiwild, das Kochen im Freien wird zum Akt der Verzweiflung. Gegessen wird im Zelt - aber erst nachdem wir gegen hundertfünfzig dieser blutsaugenden Bestien erlegt haben. Immerhin lassen sie sich ihr nichtsnutziges Leben widerstandslos nehmen. In unserem Zelt tönt es nach Nieselregen. In Tat und Wahrheit sind es aber die unzähligen Sandflies zwischen Innen- und Aussenzelt. Ruhiger wird es erst nach dem Eindunkeln. Liebe Velofahrer: Kein Camping am Copland River, ist es noch so schön. Die fiesen Viecher kommen erst dann, wenn man es sich gemütlich gemacht hat!

 

 

North Mavora Lake

Über den Haast Pass retten wir uns vor den angekündigten nächsten Heavy Rainfalls zurück nach Westen und werden damit von den Southern Alps im Rücken von Schlimmerem bewahrt. In Queenstown gelangen wir ins Epizentrum des Erlebnistourismus. Angeboten wird alles: Von Bungy Jumping, Kajaking, Canyoning bis zu Abseiling (das heisst hier tatsächlich so). Vor allem aber Scenic Flights, Heli Skiing, Heli Biking, Heli Hiking oder Jet Boating. Überhaupt bedeutet hierzulande Naturerlebnis allzu oft Motorenlärm. Selbst "Guided Bicycle Tour" bedeutet, dass die Teilnehmer per Allradvehikel durch die Gegend "geführt" werden und nur die allerschönsten Streckenabschnitte mit Muskelkraft zurücklegen. Also setzen wir möglichst bald mit der dampfbetriebenen TSS Earnslaw ans gegenüberliegende Ufer des Lake Wakatipus über und fahren über eine wenig befahrene Gravel Road zu den Mavora Lakes. Angetan von der schönen Lage und dringend benötigter Ruhe beschliessen wir, hier einen Tag des Nichtstuns einzulegen. Schliesslich wollen wir den prognostizierten Nordwind zur Fahrt an die Südküste ausnutzen und vor den nächsten Heavy Rainfalls flüchten. Wir haben richtig spekuliert: Mit solch starkem Rückenwind wäre jede andere Himmelsrichtung Blödsinn gewesen.

 

 

 

Und zum Schluss noch dies: Bald geht unsere Reise dem Ende entgegen. Uns bleiben noch gut zwei Wochen, bis wir am 4. April in den Flieger nach Europa steigen und denjenigen halben Tag zurückgewinnen, welchen wir während den letzten Monaten verloren haben. Einige Tage später ist es dann soweit: Wer gerne die letzten paar Kilometer mit uns radeln möchte, soll sich doch den Nachmittag vom Samstag 9. April 2011 freihalten. Ort und Zeit des Treffpunktes geben wir an dieser Stelle rechtzeitig bekannt.

 

 
 
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Lake Pukaki mit Aoraki/Mount Cook im Abendlicht
Risse im Boden

2. April 2011 Gerade jetzt, wo wir da sitzen und überlegen, wie man diesen Text beginnen könnte, bewegt sich der Boden unter unseren Füssen. Selbst jetzt, 39 Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Christchurch, ist der Untergrund noch nicht zur Ruhe gekommen. Bei unserer Ankunft in die Stadt hat noch nichts auf die Zerstörung hingewiesen. Nur die zahlreichen Bauarbeiter, die zusammen mit ihren schweren Geräten auf unserem Campingplatz logieren, deuten darauf hin. Und die Freiwilligen der Salvation Army - der Heilsarmee - bezogen hier ihre Quartiere. Das wahre Ausmass der Zerstörung wird erst einige Kilometer weiter gegen das Stadtzentrum sichtbar. Immer wieder kaminlose und notdürftig abgestütze Häuser. Da und dort wird Bauschutt auf freien Parzellen zwischengelagert. Am eindrücklichsten sind aber die tiefen Risse in manchen Strassen. Das City Centre ist von der Armee abgesperrt und zum grossen Teil selbst für die Hauseigentümer noch immer nicht zugänglich. Aber es wird fleissig gearbeitet: Teilweise eingestürzte Gebäude werden noch vollends eingerissen, historische Backsteingebäude werden mit massiven Stahlträgern zusammengehalten. Von weitem erhaschen wir einen Blick auf die nun turmlose Kathedrale, dem einstigen touristischen Zentrum der Stadt. Die gemütlichen Cafés in den alten Gassen tauschen wir nun halt mit dem McCafé. Dennoch scheint sich das Leben hier zu normalisieren. Täglich werden weitere Quartiere zugänglich gemacht und an der Wasser Ver- und Entsorgung wird unter Hochdruck gearbeitet. Wir vertreiben uns nun die verbleibende Zeit mit Shoppen, Essen und mit Velofahren. Wie könnte es anders sein.

 

auf dem Rail Trail

Schon zwei Wochen ist es nun her, seit wir in Dunedin den Zug bestiegen haben, jawohl richtig gelesen, und uns durch die Taieri Gorge nach Middlemarch chauffieren liessen. Hier ist der Startpunkt für den Central Otago Rail Trail. Ein ehemaliges Eisenbahntrassee wurde zu einem Veloweg umfunktioniert. Mit nur geringen Höhenunterschieden fahren wir verkehrsbefreit durch wunderbare Schluchten und über offene Felder, über Brücken und durch Tunnels. Hie und da überholen wir rüstige Pensionäre, die wir später während unseren ausgedehnten Kaffeepausen wieder an uns vorbeisausen lassen. Überhaupt haben wir mit Abstand am meisten Gepäck dabei. Unsere Taschen sind gefüllt mit Leckereien, welche wir jeweils abends in Schlemmer-Menus verwandeln. Dazu haben offensichtlich die Passagiere von anno dazumal ihre Öpfelbütschgi aus dem Waggonfenster entsorgt, so dass wir uns direkt ab Baum mit kiloweise Äpfel und Birnen versorgen können. Wer eine Veloreise in Neuseeland macht, sollte diese hier beginnen. In schönster Landschaft und weit entfernt von gefährlichen Strassen.

 

Zeltplatz mit Aussicht

Wir fahren nicht bis zur Endstation in Clyde sondern biegen vorher rechts ab in Richtung Thomson Gorge. Nur wissen wir nicht, dass die namensgleiche Strasse nicht durch die Schlucht führt, sondern diese weit oberhalb umfährt. Umfahren ist allerdings ziemlich hochgegriffen: Noch nie zuvor haben wir auf so kurzer Distanz unsere Räder so weit hochgeschoben. Belohnt werden wir jedoch mit einem herrlichen Zeltplatz hoch über Central Otago und einer dennoch lohnenswerten "Abkürzung" zum Lindis Pass.

 

Entlang des Lake Pukaki wollen wir eigentlich an den Fuss des höchsten Berges Neuseelands. Der Aoraki, respektive Mount Cook, hat zwar vor einigen Jahren bei einem Felssturz 10 Meter Höhe eingebüsst, ist aber mit seinen 3755 Metern noch immer von gewaltigem Ausmass. Trotz bester Wetterprognose wird er aber heute Nachmittag von tiefen Wolken verhüllt, was unsere Motivation für weitere 45 Kilometer No-Exit-Strasse in Grenzen hält. Wir beschliessen also, an einem schönen Plätzchen am See unser Zelt aufzuschlagen und die müden Beine für heute ruhen zu lassen. Kein schlechter Entscheid, wie sich zeigt: Gegen Abend verziehen sich die Wolken und in einiger Entfernung zwar, aber nicht minder eindrücklich bekommen wir den Riesen zu Gesicht.

 

19'000 Kilometer

Nach einem Ruhetag am türkisfarbenen Lake Tekapo machen wir uns auf zu unseren letzten Kilometern hier in Neuseeland. Doch statt auf direktestem Weg nach Christchurch zu radeln, nehmen wir nochmals einen lohnenswerten Umweg zum Lake Lyndon. Hier lassen wir uns zum letzten Mal von Sandflies plagen, erklimmen den Porters Pass und fahren dann knapp tausend Meter runter in die Küstenstadt.

 

 

 

 

 

 

 

Und zum Schluss noch dies:

Wohin wir wohl fliegen werden? Die Antwort darauf geben wir am Samstag 9. April 2011 um 14.00 Uhr. Und zwar bei der alten Mühle gegenüber dem Schloss Hallwyl (siehe Google Map). Wer uns anschliessend bei unseren letzten Kilometern nach Möriken begleiten möchte, ist herzlich dazu eingeladen. Erlaubt sind nur muskelkraftbetriebene Untersätze, selbst wenn schwere Kühlboxen zu transportieren sind ;-)

 

Und ja, wir fahren auch bei Regen.

 

 

 
 Thailand Tour de Suisse 
 
 
 © weitweg.ch | letzte Aktualisierung: 15.11.2011