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Asien 2010/11
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Kambodscha

 

Kambodscha Nach nur drei Tagen in Thailand reisen wir von Norden her nach Kambodscha ein. In Siem Reap besichtigen wir die Tempelanlagen von Angkor und fahren dann mit dem Boot nach Battambang. Wieder auf dem Velo geht's nach Pailin und dann weiter nach Bangkok.

 
 
Mädchen bei Battambang

5. Februar 2011 Eine unglaublich steile Strasse führt uns auf diejenige Bergkette, die Thailand von Kambodscha trennt. Eine Gegend, die noch immer mit Landminen verseucht ist und wo es - wie wir später erfahren - gerade in den letzten Tagen wieder zu bewaffneten Scharmützel zwischen den beiden Ländern gekommen ist. Am Grenzübergang selber ist davon allerdings überhaubt nichts zu spüren. Im Gegenteil: Noch nie seit Beginnn unserer Reise war die Stimmung dermassen entspannt und freundlich.

Visa Service

Die Grenze besteht hier aus einer roten Staubpiste, zwei Schranken und aus einigen Holzhütten. Kinder rennen unbeschwert von einer Seite zur anderen. Sogar die Beamten sind verhältnismässig gut gelaunt. Kein Wunder, mit uns als einzige Arbeitsquelle haben sie es auch nicht gerade streng. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob man hier auch tatsächlich ein kambodschanisches Visum bekommen kann. Aber das Schild an einer einfachen Holzhütte bringt Gewissheit. Der zuständige Beamte wird gerufen. Statt in Uniform erscheint er nach einigen Minuten im Unterhemd und mit verschlafenen Augen. In gemächlichem Tempo zwar, aber freundlich und unkompliziert kommt der Kleber in unsere Pässe.

 

Kinder

Die Strasse nach Siem Reap wurde vor wenigen Jahren asphaltiert und ist nun leicht zu fahren. Wie an vielen Orten in Südostasien siedeln sich viele Menschen entlang neuer Verkehrswege an. Eine Tendenz, die oft zu Lasten der Natur geht. So ist die romantische Morgenstimmung nicht etwa von kühlem Bodennebel geprägt, sonder von beissendem Rauch der weitverbreiteten Brandrodung.

 

Schon schier unglaublich ist hier aber die Begeisterung der vielen Kinder. Sie kommen aus ihren einfachen Hütten angerannt und winken uns freudig zu. Wir geben uns zwar Mühe, aber es ist fast unmöglich jedem einzelnen Kind mit gleichem Enthusiasmus entgegenzuhalten. Bei soviel Freude übersieht man leicht die schwierigen Lebensbedingungen.

 

Bayon bei Angkor Thom

Siem Reap ist der Ausgangsort für den Besuch der Tempelanlagen rund um Angkor. Ein UNESCO-Weltkulturerbe, welches es mit den ganz grossen dieser Welt aufnehmen kann. Die Stadt selber ist sehr touristisch, aber trotzdem freundlich und gemütlich. Für uns ideal, um ein paar Tage auszuspannen. Zu leicht erhöhten, aber fairen Preisen gibt es feinen Kaffee und gutes Essen. Nebst Baguettes finden wir sogar Olivenbrot! Wie in jeder grösseren Stadt ist der Supermarkt ein fester Bestandteil unserem Sightseeing-Programms. Hier fragen wir uns: Wie kann hier in Kambodscha die Hero ihre Confitüre, Familia ihre Birchermüesli, Trisa ihre Zahnpasten, Hilcona ihre Rösti und Kambly ihre Guetzli zu günstigeren Preisen verkaufen als in der Schweiz. Liegt es am teuren Schweizer Franken oder ist das die Exportstrategie?

 

unterwegs nach Battambang

Für die Strecke nach Battambang wollen wir das Express-Boot nehmen. So steht es jedenfalls auf dem Ticket. Die Realität sieht dann jedoch ein wenig anders aus: Die Kähne waren zwar einst Linienboote, dienen heute fast ausschliesslich dem Touristentransport - und alles andere als express. Besonders jetzt in der Trockenzeit. Der Wasserpegel ist tief und die Flussarme schmal. Die Stelzenhäuser entlang des Ufers zeugen davon, dass der Wasserstand in der Regenzeit einige Meter höher ist. Die grossen Schwankungen sind auch der Grund, weshalb die meisten Dörfer schwimmend gebaut sind. Das Leben wird vom Wasser bestimmt. Nebst Fischfang leben viele Familien von der Krokodilzucht. Zusammengepfercht in schwimmenden Holzkisten warten sie darauf, dass ihre Haut zu Handtaschen und Uhrenbändern verarbeitet wird.

Kinder werden wahrscheinlich mit Aussenborder oder zumindest mit Paddel geboren. Und auch hier sind sie eine der grössten Attraktionen. Obwohl täglich Boote voller Touristen an ihren Häusern vorbeigekarrt werden, winken und lachen sie noch immer unermüdlich. Es ist fast wie im Zoo. Der Jöö!- und Grosse-Augen-Effekt spielt hier sämtliche Trümpfe aus und vermag sogar die vor iPhone und eBook dösenden Touristen zu wecken.

Battambang verlassen wir wieder auf dem Velo. Wir fahren in Richtung thailändischer Grenze nach Pailin und bekommen wieder einmal eine gehörige Portion staubiger Baustellen zu spüren.

 

Wieder fahren wir vorbei an gesäuberten oder noch immer scharfen Minenfeldern. Die Khmer Rouge haben ihrem Volk ein wahrlich grausames Erbe hinterlassen. Tausende unentdeckte Landminen sind in Kambodscha eines der grössten Probleme, obwohl die Mitarbeiter von MAG in unermüdlicher Sisyphusarbeit das Land von der heimtückischen Waffe befreien. Im Jahr 2009 war jeder siebte Kambodschaner durch Unfälle mit Landminen betroffen...

 

 

 

 

 

 

 

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 © weitweg.ch | letzte Aktualisierung: 15.11.2011