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Asien 2010/11
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Iran

 

Iran Von äusserst freundlichen Iranern werden wir an der Grenze bei Maku empfangen. Durch grüne Täler, weite Halbwüsten und karge Hochebenen fahren wir über Tabriz nach Zanjan und weiter nach Esfahan. Die Stadt Shiraz besuchen wir zur Abwechslung per Bus. Wieder auf dem Velo erreichen wir alte Oasenstadt Yazd am südlichen Saum der Kavir-Wüste, welche wir anschliessend mit dem Bus nach Mashad in Richtung Turkmenistan durchqueren.

 
Lotfolla-Moschee in Esfahan

2. Juli 2010 Mit diesen Worten werden wir in Iran immer und immer wieder empfangen. Unglaublich, mit welcher Offenheit und Gastfreundschaft wir täglich begrüsst und eingeladen werden.Bereits den Grenzübergang dürfen privilegiert passieren und werden sogleich zum Tourismus-Verantwortlichen geführt. Dieser bringt unsere Personalien fein säuberlich zu Buch und veranlasst eine Vorzugsbehandlung am Einreiseschalter.Dies wissen wir natürlich zu schätzen - aufgrund der bereits beträchtlichen Anzahl schlangenstehender Iraner allerdings doch mit einem Hauch schlechtem Gewissen.

Mit neuer Währung im Sack und damit als Rial-Millionäre starten wir in das Abenteuer Iran. Die Strasse führt uns nach Maku und weiter bergab ins neue Land. Im Geschwindigkeitsrausch verpassen wir die letzte Campingmöglichkeit und finden uns inmitten einer absolut wasserlosen Gegend wieder. Also heisst es, schon müde und durstig, bis ins nächste Dorf weiterpedalen. Hier dürfen wir schon erleichtert unsere erste Einladung geniessen und erfahren dabei eine Menge über Land und Leute.

In der Metropole Tabriz werden wir Tage später mit dem urbanen Iran konfrontiert: Der chaotisch anmutende Verkehr funktioniert nach der merkwürdigen Mischung von aufmerksam vorausschauender Fahrweise und dem Prinzip guter Hoffnung. Die Strassen sind gesäumt von kleinen Krämerläden und die Frauen sind praktisch ausnahmslos in schwarze Tücher gehüllt. Ganz so krass haben wir uns das dann doch nicht vorgestellt. Nach einem Tag Pause verlassen wir die Grossstadt im frühen Morgenverkehr neu zu dritt. Für den darauf folgenden Aufstieg werden wir mit 200 Kilometer super ausgebauter Strasse durch ein wunderbar grünes Tal belohnt. Und dies mit einem durchwegs leichtem Gefälle. Nach den miserablen türkischen Strassen eine Freude, fast lautlos durch die Landschaft zu jagen.
In der nächsten Provinzstadt Zanjan dürfen wir unser Bild einer iranischen Stadt korrigieren: Erfreut finden wir hier auch Läden mit grosser Produkteauswahl und die Frauen tragen modische Blusen über Jeans und dazu bunte Kopftücher.

Die folgenden Tage sind geprägt von vorwiegend landwirtschaftlich genutzten weiten Tälern und steigenden Temperaturen. An den Pumpstationen können wir uns jeweils mit dem kühlen Nass erfrischen. So dürfen wir auch eine der eindrucksvollsten "Duschen" erleben: Auf einem Bauernhof pumpt ein wahres Ungetüm von einem Dieselmotor Wasser aus dem Untergrund und schiesst es durch ein baumstammdickes Rohr in ein Auffangbecken. Voilà. Nach dem heutigen Tag die perfekte Dusche!



Wir biegen ab Richtung Süden nach Esfahan und kommen damit auch in eine weitaus kargere Gegend. Auf den Hochebenen sind nur noch vereinzelte Baumgärten in Siedlungsnähe bewässert. So fahren wir weite Strecken in der prallen Sonne und sind ständig in der Hoffnung unterwegs, für die heissen Nachmittagsstunden sowie für das Nachtlager ein geeignetes Schattenplätzchen zu finden. Dies gelingt uns jedoch praktisch ausnahmslos und so erreichen wir die Oasenstadt Esfahan zwar müde, aber von der Weite des Landes beeindruckt.


In Esfahan machen wir uns mittem im Bazar auf die Suche nach einem erholsamen traditionellen Guesthouse. Natürlich finden wir den Weg nicht. Aber wie überall in Iran ist meistens in kürzester Zeit jemand zur Stelle der uns den Weg zeigen kann. So finden wir das schön renovierte und familiäre Dibai House und werden zu unserem grossen Erstaunen gleich für die ersten zwei Nächte eingeladen! Wo erlebt man sonst derartiges?! Überhaupt werden wir immer wieder eingeladen: Ein Znüni mit Tee, Käse und Brot, eine Melone irgendwo auf einer Passhöhe oder eisige Wasserflaschen während voller Fahrt aus dem Beifahrerfenster. Jemand hat uns sogar mindestens die Hälfte seiner fünf Kilo frischer Kirschen überlassen... unglaublich!
Es folgen einige Tage Sightseeing in Esfahan und einige hundert Kilometer südlich in Shiraz, welches wir allerdings zur Abwechslung mit dem Bus besuchen. Es ist schon erstaunlich, welche baukulturellen Erben diese Städte vorzuweisen haben: Wir besuchen prächtige Moscheen, ruhige Gärten, geschäftige Bazare in alten Gewölben. Dazwischen essen wir reichlich Glacé und plaudern mit allerlei Iranern, die entweder lediglich ihr Englisch anwenden wollen oder uns die eine oder andere Antwort auf brenndende Fragen über ihr Land entlocken wollen. So folgt nach der herzlichen Begrüssung meist die überaus wichtige Frage, was unsere Landsleute zu Hause über Iran denken. Natürlich ist es hier nicht so, wie in unseren täglichen Nachrichten dargestellt! Ein regierungsfreundlicher Imam fragt uns, weshalb Iran keine Atomkraftwerke haben dürfe? Wir unsererseits antworten mit der Gegenfrage, weshalb sie denn nicht die reichlich zu Verfügung stehende Sonnenenergie zu nutzen wissen? Darauf weiss er auch keine Antwort. Viele klagen jedoch über den Zustand ihres Landes und sprechen sich unter vorgehaltener Hand gegen die Regierung aus. So nimmt zum Beispiel plötzlich eine alte Frau Sibylle an der Hand und haucht ihr folgende Worte ins Ohr: "Khomeini bad! Khomeini very bad!" Und dies mitten auf dem öffentlichen Trottoir!

Wieder auf dem Velo verlassen wir Esfahan in Richtung Yazd. Dazu gilt es bei Temperaturen bis zu 42°C im Schatten einen Ausläufer der Kavier-Wüste zu passieren. Die verfallenen Karawansereien, auf die wir mitten in der Wüste stossen, zeigen uns unmissverständlich, dass wir uns auf der südlichen Seidenstrasse bewegen, die den Westen mit dem indischen Subkontient verbindet. Die Altstadt von Yazd ist fast vollständig aus Lehm gebaut und bietet mit ihren engen Gassen und Hofhäusern einen perfekten Schutz vor den extremen Temperaturen. Nach 200 Kilometern in heissluftbackofenähnlichen Bedingungen freuen wir uns jedenfalls, uns in den etwas kühleren Hof des Silkroad Hotels zurückziehen zu können und unsere Weiterreise nach Mashad und Turkmenistan vorzubereiten.



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4:40


25. Juni 2010 Ein paar Kilometer über die unendlichen Weiten der iranischen Hochebenen auf dem Weg nach Esfahan. Bei kräftigem Rückenwind ein Riesenspass, bei leichtem Gegenwind eine Freude, bei stürmischen Gegenwind ein Fluch...
(ev. ist ein zusätzliches Quicktime-Plugin notwendig, um den Film anzuschauen
)

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20. Juni 2010, 12:00 Uhr, irgenwo im Bazar in Esfahan, Iran Anlässlich unseres Hochzeits haben wir einen kleinen Wettbewerb gestartet. Die Schätzfrage:


Unser Kilometerstand an Sibylles und Martins Geburtstag um 12 Uhr Ortszeit? Die total kleinste Abweichung gewinnt.


Zwischenrangliste vom 20. Juni 2010:

   
Abweichung
1. Iwan Schweizer
+ 57 km
2. Martin Bichsel
- 81 km
3. Tanja Frei
- 94 km
4. Marianne Furrer
- 164 km
5. Ruth Morskoi
- 492 km
6. Esther Burger
- 524 km
7. Isabel Lerchmüller
+ 539 km
8. Walter Süess
- 576 km
9. Regula Frey
- 594 km
10. Janina Morskoi
- 715 km


Mal schauen, wie es 173 Tage später aussieht. Wir sind gespannt.

Die Auflösung gibt es hier.

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 © weitweg.ch | letzte Aktualisierung: 15.11.2011